Gleich nach dem Kopf ist der Oberkörper das Edelste. Schneidet man den Kopf ab, ist der Oberkörper überhaupt das Edelste. Alles Unanständige, alles dem Tierischen verpflichtete, klebt am Unterkörper, den man deshalb besser bedeckt hält. Zumindest, was den Mann angeht. Frauen hilft das weniger: Diese tragen mitten auf dem Oberkörper – und „tragen“ ist hier das passende Wort – was man eigentlich weiter unten vermuten würde, bei den übrigen Schamhaftigkeiten, weil es auch an das Tier im Menschen erinnert. Allerdings eigentlich erst ab einem gewissen Alter. In der Jugend noch nicht so ganz. Es haben beispielsweise die Griechen aber auch den jungen Mädchen ein Fetzchen übergestreift, eine Art nasses T-Shirt, und nur der männliche Torso durfte ganz nackt bleiben. Aber bei Typen durfte ja überhaupt alles nackt bleiben, selbst untenherum. Die alten Griechen eben, klar.
Seit Thomas Mann – und der war kein alter Grieche, obwohl er manchmal so tat – ist aber allein der Oberkörper das Edelste, oder vielmehr Schönste, es gibt da ein Zitat. So unglaublich schön und so häufig. Ganze Jahrgänge HJ, um ein wenig in der Zeit zu bleiben. Da war Thomas Mann aber vielleicht schon anderswo. Wo es auch Ferienlager gibt. Denn an einen älteren Herrn wie mittlerweile er selber, daran dachte Thomas Mann bei seiner Bemerkung wahrscheinlich nicht. Aber wer weiß. Eventuell war er ja noch ganz ordentlich erhalten und sah sich bei der Morgentoilette zufrieden im Spiegel an, ließ sogar ein wenig seine Muskeln spielen, dieser eitle Thomas Mann, pfui, schämen soll er sich. „Das grenzt nun schon an üble Nachrede!“ ruft mir von hinten eine Gestalt zu, die sich neuerdings lieber unter Kleidung versteckt. Mag sein, ich ziehe zurück.
Jedenfalls haben wir uns nun schon einigermaßen vom Thema entfernt. Und doch ist und bleibt der Oberkörper das Edelste an einem Menschen, sobald man diesem Menschen den Kopf abgeschnitten hat. Oder, um es etwas weniger brutal auszudrücken: beim Ausgraben ganz einfach nicht mitgefunden hat; hin und wieder findet man den Kopf ja dann doch noch und kann ihn hinterher draufsetzen, welch geradezu wunderbare Fügung, denn die Regel ist das nicht.
Der reine Oberkörper also, der klassische Torso: Zwei Brustwarzen, wie Augen – klein und zugekniffen, oder auch große braune Glotzaugen – gegebenenfalls Muskeln als Lachmuskulatur, und als kleines rundes Mündchen der neckische Nabel. Statt Ohren gehen rechts und links die nützlichen Arme ab. Nur die Nase fehlt. So ganz kann der Oberkörper also doch mit dem Kopf nicht mithalten. Aber weitgehend. Auf alle Fälle mehr als der Unterkörper mit seinem Gehängsel und den mehreren Ausgängen. Dem fehlen ja sogar die Augen, dass er etwa sehen könnte, was ihm zuweilen an eigentlich Unverdientem zustößt. Das ist ziemlich schade, oder aber ein rechtes Glück – falls man einen Zug zu blindem Genießertum hat.
23. Februar & 24. November 2011
samedi 26 novembre 2011
dimanche 25 septembre 2011
Frigidaire
J’ai fait du ménage dans le frigo. Il y avait, au fond, un tas d’aliments qui n’étaient plus rien que des souvenirs de vacances rouillés, car j’en reviens toujours avec des conserves qui, arrivées à bon port, ne me disent plus rien ; ou encore, connaissant mon goût pour l’exotisme et l’oralité, on me les a rapportés. Or, la tête est bien plus aventureuse que l’estomac qui, lui, reste relié à la terre. Quand je suis chez moi, mon ventre est chez lui et me le fait sentir. Ce maître-là a ses propres souvenirs auxquels il tient – ce sont ceux de mes aïeux – et je n’arrive donc plus à me passionner pour ces fruits du dépaysement. L’estomac n’est peut-être pas le Bon Dieu, mais il est assez puissant pour empêcher de sauter à domicile sur les pommes d’un paradis lointain. Pour le dire crûment : en terrain sûr, l’appétit prime sur l’avidité intellectuelle, et la soif tout court sur la soif de savoir. Franchement, qui a envie de boire, calmement installé chez lui, une canette cabossée de basil seed drink with honey nủớc hột é, ou seulement d’accompagner sa bidoche habituelle de la mint sauce d’un hypermarché de la banlieue londonienne qui avoue être à base de sirops et de sucres ?
A part cela : bien que je ne sois pas un fanatique de la date de péremption, lorsque celle-ci se rapproche du siècle dernier, la confiance perd ses repères. Et puisque je crains dans mes mauvais rêves l’éclatement d’une nouvelle guerre au cours de laquelle, plus certainement que sous des bombes, je mourrai empoisonné par mon stock des jours paisibles, j’ai donc viré.
Mais pourquoi raconté-je cela ? Le fait de jeter cette nourriture insolite, si préservée sur les images de l’emballage et finalement jamais goûtée, a tout de même dû me chagriner. Ce n’était que de la bouffe, mais que de choses précieuses, venant de loin par essence, ont été enterrées, puis oubliées, là où elles se gardaient ! L’âme, et fût-elle celle d’une chambre froide, ne supporte guère d’être privée des vieilles lunes ; cependant, peut-on accepter que, par manque d’espace, elle ne serve plus à rien ?
19 Septembre 2009
A part cela : bien que je ne sois pas un fanatique de la date de péremption, lorsque celle-ci se rapproche du siècle dernier, la confiance perd ses repères. Et puisque je crains dans mes mauvais rêves l’éclatement d’une nouvelle guerre au cours de laquelle, plus certainement que sous des bombes, je mourrai empoisonné par mon stock des jours paisibles, j’ai donc viré.
Mais pourquoi raconté-je cela ? Le fait de jeter cette nourriture insolite, si préservée sur les images de l’emballage et finalement jamais goûtée, a tout de même dû me chagriner. Ce n’était que de la bouffe, mais que de choses précieuses, venant de loin par essence, ont été enterrées, puis oubliées, là où elles se gardaient ! L’âme, et fût-elle celle d’une chambre froide, ne supporte guère d’être privée des vieilles lunes ; cependant, peut-on accepter que, par manque d’espace, elle ne serve plus à rien ?
Kühlschrank
Ich habe den Kühlschrank aufgeräumt. Es befand sich ein ganzer Haufen Nahrungsmittel darin, die eigentlich nur noch angerostete Urlaubserinnerung waren, denn ich komme immer mit Konserven zurück, die mir, einmal am Heimathafen, nicht mehr so recht zusagen. Oder aber man hat sie mir mitgebracht, weil man meine Lust am Exotischen und Oralen kennt. Doch der Kopf ist abenteuerlustiger als der Magen, der stets Erdfühlung behält. Bin ich bei mir, ist mein Bauch bei sich und lässt mich das auch spüren. Dieser Herr hat seine eigenen Erinnerungen, die ihm wichtig sind – es sind die meiner Ahnen – und mir gelingt es dann nicht mehr, den Früchten der Fremde genügend Begeisterung entgegenzubringen. Der Magen ist vielleicht nicht der Liebe Gott, aber er ist doch mächtig genug zu verhindern, dass man sich zu Hause auf die Äpfel eines fernen Paradieses stürzt. Um mich krass auszudrücken: Auf sicherem Boden hat der simple Appetit Vorrang vor der geistigen Gier und der reine Durst vor dem Wissensdurst. Wer käme, ehrlich gesagt, auf die Idee, bei sich auf dem Sofa zu einer verbeulten Dose basil seed drink with honey nủớc hột é zu greifen, oder auch nur den gewohnten Braten mit einer (erklärtermaßen aus Sirup und Zucker hergestellten) mint sauce aus einem Großmarkt des Greater London zu genießen?
Abgesehen davon, obschon ich kein Fanatiker von Verfallsdaten bin: Nähern sich diese dem vergangenen Jahrhundert, verliert das Vertrauen seine Bezugspunkte. Zudem befürchte ich in meinen Alpträumen den Ausbruch eines neuerlichen Kriegs, in dessen Verlauf ich mit größerer Sicherheit von meinem Hamstergut aus besseren Tagen vergiftet werde als dass ich den Bomben erläge. Ich habe das Zeug also entsorgt.
Doch warum erzähle ich das? Die Tatsache, diese ausgefallenen Speisen, die auf den Dosenbildchen noch so gut aussahen und schließlich niemals gekostet wurden, weggeworfen zu haben, hat mich trotz allem traurig gemacht. Es waren nur Fressalien, aber wie viel Köstliches, das von Natur aus von weit herkommt, wurde vergraben und vergessen dort, wo es sich erhalten hat! Die Seele, und sei es auch nur die eines Kühlraums, erträgt den Verlust ihres Trödels nur schwer. Kann man aber akzeptieren, dass sie mangels Platz zu nichts mehr nutze ist?
19 Septembre 2009
dimanche 4 septembre 2011
Drei kleine Prosen
1. Vergängliche Schönheit
Gleich neben dem Metroausgang befindet sich ein Obst- und Gemüseladen, in dem man bei Bedarf auch spätabends noch Obst und Gemüse bekommt. Geführt wird der Laden von einem alten Tunesier, dem jeweils wechselnde jüngere Mitglieder seiner offenbar weitverzweigten Familie beistehen. Der Laden ist hell erleuchtet, sehr hübsch mit all dem Obst und Gemüse, und besonders hell erleuchtet war er, als ein besonders hübsches Familienmitglied aushalf. Besonders hübsch und außerdem mit einer angenehmen Art, den Kunden hochzunehmen. „Nutzen Sie die Gelegenheit, denn ich bleibe nicht lange!“ schien sein Zwinkern zu bedeuten, und so manche Kundschaft ließ sich das nicht zweimal sagen und kaufte fortan besonders häufig Obst und Gemüse ein. Tatsächlich blieb dieser Verkäufer auch nicht lange.
Im Waschsalon fünfzig Meter weiter unten war es ähnlich. Zwei Brüder. Es blieb der mit der Hasenscharte. Schönheit hält sich eben niemals länger in unserer Vorstadtstraße auf. Augenblicklicher Star ist der neue Augenarzt mit dem italienischen Namen; ich kenne ihn leider nur vom Hörensagen. Mal sehen, wann ich eine neue Brille brauche, und mal sehen, wie lange es dauert, bis auch er wie der hinreißende Zahnarzt nach Nizza verschwindet. Denn die Regel gilt für alle Branchen.
Schönheit ist vergänglich, vor allem im Jammertal – das steht schon so im Prediger Salomo. Genieße sie, wenn du sie findest, sie ist auf dem Sprung. Aber wo genau sie sich hinverzieht, wenn es sich um einen Obst- und Gemüseverkäufer handelt, weiß ich auch nicht so recht. Bei jungen Augenärzten, klar, ist die Prognose einfacher.
Schönheit tut ja nur so, als sei sie des Irdischen enthoben. Kein Obst- und Gemüseverkäufer, kein Augenarzt – nur Schöne... so erscheint es im Moment der Offenbarung. Hinterher stellt man sich allerdings wieder Fragen. Göttliche Schönheit behält jedenfalls ihr Geheimnis, was die Problematik des Entführens – das heißt: das Wohin des Entführtwerdens – angeht. Zwingendes Begehren, Zeus und Ganymed nach wie vor, doch einen Olymp findest du keinen mehr, so weit sind wir nun schon. Sie haben wohl nicht unrecht, die da meinen, das Jammertal sei Epiphaniens einziger Topos. Es würde sich also kaum lohnen, von hier wegzuziehen. Warum hauen dann die schönen Menschen aber immer so schnell ab?
2. Stilfragen
Es herrscht hier grässliche Wohnungsnot.
Leute, die per Internet Zimmer suchen, namentlich Zimmer in Wohnungen, verschönern ihre Anzeige mit einem möglichst vorteilhaften Bildnis von sich, so als wäre das Facebook, muskulösere Herren erscheinen auch schon mal mit entkleidetem Oberkörper. Unter dem Alter steht sinnigerweise gleich die sexuelle Ausrichtung: meistens brav hetero, aber auch wurschtegal und schwul. Bevor man einen Artgenossen einfach in seinen Bau lässt, überlegt man sich das ja. Und ist der Mit- oder Untermieter wohlgestaltet, kann das der häuslichen Intimität nur zum Vorteil gereichen. Die gemeinsame Badbenutzung hat natürlich ihre Licht- und Schattenseiten. Zu sehr sollte der Neuankömmling dann doch auch nicht auf sein Äußeres bedacht sein.
Die Leute, die sich so anbieten, suchen jedenfalls eine Unterkunft. Hat nichts mit Leuten auf Partnersuche zu tun, die unglückseligerweise gerade ein kleines Problem haben und plötzlich mit ihren Siebensachen vor der Tür des neuen Freundes stehen. Die gibt es neuerdings immer häufiger in diesen Breiten, und es kann sehr schnell gehen; zuweilen genügt eine einzige Nacht im Liebesrausch und da haben wir den Salat. Es ist das einfach alles eine Frage des Stils.
Studiert man die Annoncen, hat die Spekulation auf dem Immobiliensektor unmittelbar Einfluss auf den Triebhaushalt der im Mietverhältnis stehenden Parteien. Ich würde gerne hin und wieder ein paar meiner Quadratmeter zur Verfügung stellen, das Angebot ist effektiv zu verführerisch, doch da ich leider auch dem Druck des Marktes unterliege, verzichte ich jedes Mal am Ende darauf. Zwischen meine Buchregale mag ich dann doch niemanden quetschen.
3. Kein Waldspaziergang
Für einen zünftigen Waldspaziergang ist das nicht der Ort. Waldspaziergänge brauchen echten Wald, und den haben wir hier nicht. Dafür mehrere größere Parks, fast Naturparks. Parkspaziergänge sind also kein Problem, und im Übrigen auch recht interessant. Zu manchen Stunden stößt man auf Wesen, die in der freien Natur ihrer Natur freien Lauf lassen. Meistens sind es Männchen; Weibchen haben einfach weniger Beziehung zum Leben in Freiheit.
An einen richtigen Waldspaziergang kommt das dennoch nicht ran, es fehlt ganz einfach des Erhebende. Normaler Wald, die rauschenden Höhen und so weiter, all das erhebt nämlich; doch das Einzige, was beim Parkspaziergang ein klein wenig erheben könnte, ist knisterndes Unterholz und dahinter möglicherweise der menschliche Sumpf, auf den man bei dieser Karikatur eine Naturbegehung stößt. Widerliche menschliche Niederungen, erhebend allein durch die komplizierten Gedanken, die sich jeder auf seine Weise dazu machen mag. Denn Gedanken macht man sich, auch wenn man selbst den Stadtwald nicht auf diese Weise in Anspruch nimmt. Die meinigen sind stets auf das Ästhetische beschränkt und ernüchternd. Aber was habe ich denn um Himmelswillen erwartet? Nichts habe ich erwartet, und deshalb dürfte ich eigentlich auch nicht ernüchtert sein. Es gibt ohnehin schon überall Wirklichkeit, also warum nicht auch hier? Doch etwas Mitgefühl, bitteschön! Daran mangelt es mir.
Eigentlich empfinde ich bei so einem Parkspaziergang überhaupt nichts, aber ich achte vielleicht ganz einfach nicht genügend auf das, was sich über mir abspielt.
Feldstecher hat man nicht dabei; zu was sollte der auch gut sein? Flinte ebenso wenig, und noch nicht einmal den gehorsamen Dachshund. Wild darf schon etwas wildeln, doch – so lautet der Fluch halben Unbeteiligtseins – was man hier zur Strecke bringen könnte: dieses Fleisch ist schon abgehangen, wenn es noch frei herumläuft. Doch das ist ja auch kein echter Wald.
Trois petites proses
1. Beauté fugitive
Juste à côté de la bouche du Métro se trouve un magasin de fruits et légumes où l’on peut acheter, au besoin, des fruits et légumes même tard le soir. C’est un vieux Tunisien qui le gère, assisté à tour de rôle par de jeunes membres de sa famille manifestement fort étendue. Le magasin est très bien éclairé, c’est très joli avec tous ces fruits et légumes ; et il était particulièrement bien éclairé lorsqu’un membre particulièrement joli y officiait. Particulièrement joli, et une façon agréable de chambrer le client avec ça. « Profitez-en, je ne resterai pas longtemps ! » semblaient signifier ses clins d’œil, ce que certains clients ne se laissaient pas dire deux fois, se mettant à acheter fruits et légumes particulièrement souvent. En effet, le vendeur ne restait que peu de temps.
À la laverie automatique cinquante mètres plus bas, c’était la même chose. Deux frères. Resta celui au bec de lièvre. La beauté ne demeure jamais longtemps dans notre banlieue miséreuse. La star actuelle est un jeune ophtalmo au patronyme italien, je ne le connais malheureusement que par ouï-dire. Allons voir quand j’aurai besoin de nouvelles lunettes, et allons voir combien de temps cela prendra avant qu’il ne fasse comme le ravissant dentiste parti à Nice. Car la règle est valable pour toutes les branches.
La beauté est fugitive, surtout dans la vallée de larmes – ce sont là les mots de l’Ecclésiaste. Jouis-en lorsque tu la rencontres, elle se fait déjà la malle. Mais où se barre-t-elle au juste lorsqu’il s’agit d’un vendeur de fruits et légumes, je ne le sais pas trop non plus. Dans le cas d’un jeune ophtalmo, le pronostic est bien sûr plus simple.
La beauté ne fait que feindre d’être affranchie de la lourdeur terrestre. Pas de vendeur de fruits et légumes, pas d’ophtalmologue – seulement des êtres beaux... c’est ainsi que cela se présente au moment de la révélation. Après, on se pose à nouveau des questions. La beauté céleste garde en tout cas son mystère quant au problème du rapt : qui saurait dire vers où s’envole le beau ? Toujours du désir impérieux, toujours Zeus et Ganymède, mais un Olympe introuvable, nous en sommes bien là. Ceux qui prétendent que la vallée de larmes est le seul lieu où l’épiphanie est possible, sont peut-être dans le vrai. En déménager ne vaut donc guère la peine. Mais pourquoi tous ces beaux êtres en foutent-ils alors le camp aussi vite ?
2. Questions de style
Il y a ici une terrible pénurie de logements.
Les gens qui recherchent par internet des chambres, notamment des chambres dans des apparts, agrémentent leur annonce d’un autoportrait photogénique, comme si c’était Facebook, des messieurs plutôt musclés représentés parfois torse nu. Après l’âge on mentionne judicieusement l’orientation sexuelle : le plus souvent sagement hétéro, mais aussi je-m’en-branle et gay. Parce que, avant de laisser entrer un congénère dans sa tanière, on réfléchit. Et si le colloc ou sous-loc est bien fait, l’intimité domestique en profite. Certes, l’utilisation commune de la salle de bains a ses avantages et ses contraintes. Il ne faudrait pas non plus que le nouveau venu s’occupe trop de son apparence.
Les gens qui se proposent ainsi cherchent cependant un logement. Rien à voir avec des gens à la recherche d’un partenaire qui, malencontreusement, viennent d’avoir un petit problème et débarquent tout à coup chez le nouvel ami avec leurs affaires sous le bras. Ces temps-ci, c’est de plus en plus courant sous ces latitudes, et cela peut même arriver assez vite, une seule nuit d’ivresse peut suffire et le mal est fait. Tout ça est simplement une question de style.
À étudier l’iconographie de ces annonces, la spéculation immobilière a un impact immédiat sur l’économie pulsionnelle des parties en relation de loyer. Moi, ci et là, je baillerais volontiers quelques-uns de mes mètres carrés, l’offre est en effet trop tentante, mais étant hélas moi-même soumis aux pressions du marché, invariablement j’y renonce à la fin. Je ne voudrais quand même pas coincer la personne entre mes étagères à bouquins.
3. Pas de promenade en forêt
Ce n’est pas le lieu pour une bonne promenade en forêt. La promenade en forêt a besoin d’une forêt, et nous n’en avons point ici. Par contre, nous nous félicitons de quelques grands parcs, presque des parcs naturels. La promenade en parc n’est donc pas un problème, et du reste tout aussi intéressante. A certaines heures on y rencontre des créatures qui, dans la nature libre, laissent libre cours à leur nature. Le plus souvent ce sont des mâles ; les femelles, paraît-il, n’ont pas de rapport suffisant à la vie dehors.
Pourtant, rien à voir avec une vrai balade forestière ; il y manque l’élévation de l’âme. La forêt ordinaire, ses cimes bruissantes, ont tendance à élever l’âme humaine ; or, la seule chose qui pourrait l’élever dans un parc, ce sont les sous-bois craquants et, derrière eux, les bas-fonds humains repérables lors d’un tel face-à-face avec la nature caricaturale. De bien ragoûtants bas- fonds, élevant l’âme uniquement moyennant les pensées compliquées que chacun se fait à sa manière. Car on ne cesse de penser, même dans un parc, et même si l’on en use autrement. Mes pensées à moi sont toujours limitées à l’esthétique et tout autant désillusionnées. Mais bon ciel, à quoi m’attendais-je ? À rien, certes, je ne devrais donc pas être désillusionné. Puisque le réel est partout, pourquoi pas ici ? L’on me prie d’avoir quelque compassion ; c’est bien ça qui me manque.
En fait, je n’éprouve rien lors d’une de ces promenades en parc, mais peut-être ne fais-je simplement pas assez attention à ce qui se passe au-dessus de moi.
On y va sans jumelles, elles n’auraient pas d’utilité. Pas non plus de carabine, et même pas la compagnie du brave chien obéissant. Il y a là la malédiction de celui qui n’est concerné qu’à moitié : S’il est normal que le faisan se fasse faisander, le gibier que l’on pourrait prendre ici sent déjà le fumet lorsque la bête court encore. Mais ce n’est pas une véritable forêt.
4 Janvier 2011
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