dimanche 31 décembre 2017

Thé ou café ?

Thé ou café ? me demanda l’hôtelier d’un air innocent, pensant peut-être que j’allais lui répondre, comme ça, tout de go. Or, si je déteste quelque chose, c’est l’indiscrétion. D’autant plus que mon coming-out dans l’affaire date quasiment d’hier. Jusqu’à un âge assez avancé, j’ai pris du café comme tout le monde ici, sans me poser de questions. J’avais été élevé comme ça, n’est-ce pas, trouvant normal qu’on passe au café une fois le stade Banania dépassé. Et pourtant, avant de me rendre compte que le thé me convenait cent fois mieux, je n’avais jamais bu ma lavasse avec beaucoup de plaisir. Quelle découverte alors quand, ne supportant plus ni caféiné ni décaféiné, le médecin m’a obligé à me mettre au thé vert ! Le début fut certes un peu difficile, je craignais notamment pour ma virilité, mais une fois habitué, j’ai commencé à me sentir comme un homme qui, au bout de trente ans, quitte femme et enfants pour emménager chez un copain. Ah, le bonheur de faire enfin entre mecs ce qu’on a envie de faire, sans la bourgeoise dans les jambes ! Mais est-ce que cela regarde autrui, un hôtelier par exemple ?
Déjà, je ne commande jamais de viande rouge au restaurant. Sinon, on a droit à la curiosité la plus malsaine. Entendez-les donc susurrer, ces garçons impudents, mettant la bouche en cul de poule : Et comment la désirez-vous, monsieur, votre viande ? – Est-ce que ça te regarde, valetaille, si je la préfère adolescente, entre les deux, plutôt mûre, voire faisandée ?

14 Avril 2017

jeudi 13 avril 2017

Les biscottes

Ce matin, au petit déjeuner, je suis tombé sur une biscotte ayant le don de la parole. Ne me beurre pas, ne me mange pas, ne me brise surtout pas, me supplia-t-elle, je peux t’être utile sur un autre plan. Et sur quel plan peux-tu m’être utile, biscotte bavarde ? lui demandai-je. Elle se mit à bégayer, je ne comprenais goutte. Alors je l’ai beurrée, alors je l’ai mangée, et hélas, je l’ai même brisée auparavant. À quoi ça sert, le don de la parole, lorsqu’on ne sait pas convaincre ? Des miracles, il y en a tous les jours, mais pas à tous les coups.

Après, j’avais encore faim. La biscotte suivante n’a peut-être rien dit mais c’était pire : muette comme une carpe, elle s’est pliée en deux pour prier. Je le voyais à son air dévot. Moi, j’étais là comme un con, avec mon couteau plein de beurre, en attendant qu’elle finisse sa litanie. Aurais-je dû l’interrompre ? Ma bonne éducation me l’interdisait. À la longue, elle était toute trempée de larmes. Dégueulasse. J’ai beurré mon laïc de croissant, laissant celle-là à sa bigoterie. La prière, ça a quand même quelque avantage quand on est de la biscotte.

La troisième et dernière ne m’a pas résisté. Elle n’a pas parlé, elle n’a pas prié – à peine l’avais-je touchée qu’elle s’est désagrégée en mille morceaux minuscules. Celle-là, je ne l’ai donc pas eue non plus. Par contre, il a fallu en ramasser les miettes. Si vous êtes biscotte et muette et athée, voilà ce qui vous reste à faire. Cela ne vous sauvera certainement pas, mais pour le moins vous aurez montré de quel bois vous vous chauffez. Je trouve un tel acte plutôt courageux de la part d’une biscotte. Je ne suis pas sûr d’en être capable moi-même.

Ces trois exemples nous montrent la latitude dont on dispose même en tant que petit déjeuner au froment. Personnellement, je préfère la conviction aux sophismes, l’insurrection à la prière et le laisser-aller au suicide, mais qui suis-je pour juger ? Je ne puis que constater que les différences de mentalité sont aussi grandes entre biscottes qu’ailleurs dans le monde, nous posant, une fois de plus, la question de l’exclusivité de l’intelligence. Nous les hommes, certes bien plus malins que la biscotte moyenne, n’en avons pourtant pas le monopole.


12 Avril 2017

vendredi 13 janvier 2017

Fragmente zum lyrischen Pneuma

Atmen muss er, der Mensch, aber er muss doch keinen Lärm dabei machen. Könige machen Lärm bei allem, und wer flach auf dem Rücken liegt, ist ein König – man nennt das die Königsstellung, und sie ist wichtig. Ich sehe sie nicht in der Finsternis, doch ich kann sie erfühlen, mein Arm ist lang genug, oder aber Majestät liegt nahe genug. Ob der Rabatz vom Ein- oder vom Ausatmen kommt, hat keine Bedeutung, allein der Rabatz zählt. Meine Geste ist rüde, revolutionär: Zur Seite, Hoheit, das Volk hat ein Recht auf Bettruhe!

Kunstförderung ist tatsächlich nicht alles, es gibt Naturgesetze, die sogar die Kunstförderung nicht außer Kraft zu setzen vermag. Nicht die Kunstförderung und nicht das Preiswesen. Ich nehme zum Beispiel das lyrische Pneuma, das nicht nur nach Aufblasen, sondern auch nach einem Rohr verlangt, um erhört zu werden. Ob man schon von Rohrförderung reden kann, ist mir nicht bekannt. Womöglich fördern sich die Rohre ja selbst, gegenseitig, gleiten liebevoll ineinander, und die öffentliche Hand erhebt sich nur segnend hinterher.

Andererseits meint so ein Rechtfertigender, da scheine etwas dem Verständnis davonzufliegen, weil es zu schwer sei. Sollte ihm entgangen sein, dass es das Leichte ist, was gegebenenfalls davonfliegt? Das Schwere bleibt liegen, schwer im Magen etwa. Das Leichte hingegen – ein Häuchlein Lebendigkeit genügt und schon flattert es seiner Rechtfertigung davon.

Wenn doch nur die Luft zählt, wenn es doch zugeht wie in einer Orgel, wenn doch aus reiner Luft regelrechte Erhebung entsteht, muss es sich um eine Art von Kirche handeln. Da ist der Glaube dann das Wesentliche, die Wahrscheinlichkeit belanglos. Da kann einer natürlich sagen, was ihm zufällig in den Sinn kommt, noch so Törichtes von sich geben: es wird einzig die Person angeschaut und die Möglichkeit eingeschätzt, ob es sich dabei um einen Musensohn handeln könnte. Es überzeugt dann eben allein das Erscheinungsbild. Der Glaube ist unersetzlich, wenn man keine Ahnung hat, aber die Orgel dazu aufspielt.


Ach, Fraß nur eines Kochs, dem Kochen schrecklich
Leicht zu fallen scheint:
Mir, fressend, schwant schon, was er meint;
Dass es dem Koch geschwant, ist auch gut möglich.

Purzelt ein Manna grad so raus, als Gabe
Des Himmels sozusagen:
Mir, schwanend, helfen keine Fragen;
Ich merk nur, was ich habe und nicht habe.

Will nicht behaupten, dass die Kocherei
Groß Mühe machen muss.
Wer endlos darbt, leckt mit Genuss
Noch an herausgekotztem Wörterbrei.


26. August 2016 / 11. Januar 2017

dimanche 1 janvier 2017

Vom Wesen des Westens

            Alive enough to spawn and die
                    – Robert Lowell, Waking Early Sunday Morning



1. Irgendwann hat sich der Westen entschlossen, nur noch Dichter aus dem Osten zuzulassen. Die hatten seinerzeit interessante Berufe ergreifen müssen und das zahlte sich jetzt aus. Wir weiter westlich waren fauler. Aber lange durften Dichter auch faul sein, erst der neue Westen hat das verboten. Wer möchte, kann die niedergerissene Grenze dafür verantwortlich machen.


2. Ich wache auf in meinem Bett, es ist in der Tat mein eigenes. Vor mir der Tag, an dem mich nicht viel erwartet, und der auch nicht viel von mir erwartet. Nie erwartet mich viel an einem Tag, oder erwartet ein Tag viel von mir, denn ich habe schon lange verlassen, wo womöglich erwartet hätte, doch im eigenen Bett liege ich noch. Stets findet man sich nach einer Weile im eigenen Bett vor, wo immer das stehen mag, und welche Mühen es auch gekostet hat, zu Faulheit in ihm aufzuwachen. Betten sind Betten, und man kommt enger freilich nur mit seinesgleichen zusammen. Es gibt also keinen Möglichkeit, auch das Andere näher zu sehen. Stadt haust mit Stadt, Vorstadt mit Vorstadt, Land mit Land. Erst wer umzieht, bekommt neue Seinesgleichen und sieht die Dinge dann anders. Geht beim Umzug etwas verloren? Das Eigene, ja, wie in Lowells Epigramm sich einander den Goldschopf kämmend um zum Sterben gerüstet zu sein. Deine Thermopylen sind allerdings dort, wo die Sonne untergeht, und nicht allein die Jugend ist dahin, auch die Jugendfreunde sind verloren, nur der Kampf um neue Freiheit ist unablässig; wenn es dabei zu Sterben gilt, dann unter weitgehend Unbekannt. Also bitte nicht hadern, es hört eh niemand zu.

Er sei, erklärt er sich das, letztlich ja auch in den Westen gegangen, bloß liege der eben etwas westlicher als sonst üblich, und sein Osten auch schon etwas weiter dem Abend zugewandt. Und keine Not und nicht das die Not belohnende Gefundene Fressen sei zu vermerken, die seltsame Klage von Flucht aus einem Sauwetter – obschon gerechtfertigt – also unzulässig, und es gründe sein Tun sich auf nicht mehr als dieses eine: Man müsse das Eigene doch irgendwie loswerden, dieses Glückszeug, dieses klebrige, das man periodisch auszuscheiden habe, und sei es bei hektischer Reibung mit dem immerhin Fremden – auch ein westlicher Gedanke – das, dem Himmel sei Dank, aber fremd bleibe und dem einer wie er doch sofort aus der Hand fresse, obzwar wenig darin zu finden sei, insofern des unglaublichen Glaubens, man könne sich das trauen unter seinesgleichen.


Wie stets der Zug nach Westen
Es ändert sich höchstens der Reisekomfort.
Komm fort, komm fort, doch es kommt vor
Dass Westen hält zum Besten.

Habs nicht von dem, der dabei
Riskierte Leib und Leben
Im Schlauchboot, Altes aufzugeben
Für Neues, das auch nicht so neu.

Ist es die Schuld des Zieles?
Ein Ziel wird auch nicht jünger.
Du aufgebrauchter Segensbringer:
Vergeben sei dir vieles.


5. September 2015